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Kölner BioGourmetClub engagiert sich für ukrainische Flüchtlinge

Am 24. Februar startete Wladimir Putin die Invasion der Ukraine und begann damit einhergehend einen Krieg, der nicht nur Europa, sondern die ganze Welt erschüttert.


Seitdem sind mehr als 3 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. Knapp 200.000 davon nach Deutschland. Viele von ihnen reisen über Polen nach Berlin und verteilen sich von dort aus auf andere Städte der Bundesrepublik. Kostenloses Fahren mit der Deutschen Bahn erleichtert die Anreise, nicht aber die Ankunft der Flüchtlinge. An dieser Stelle sind ehrenamtliche Helfer gefragt, die den Städten tatkräftig zur Seite stehen.


In Köln ganz vorne mit dabei: Die Freunde der Kölner Straßen und ihrer Bewohner e.V. Normalerweise versorgen sie vor allem Obdachlose mit Mahlzeiten, warmen Getränken oder Kleidung. In den vergangenen Wochen standen sie gemeinsam mit anderen ehrenamtlichen Organisationen an vorderster Front, als es darum ging, die mehr als 2.000 Flüchtlinge in Empfang zu nehmen. An sieben Tagen in der Woche engagierten sich die Ehrenamtler bis zu 16 Stunden am Tag und organisierten Übersetzer, sorgten dafür, dass Haustiere sicher untergebracht werden und orderten Busse, die die Flüchtlinge an einen Ort brachten, an dem sie bleiben können.


Mayoori Buchhalter, Inhaberin des BioGourmetClub, arbeitet schon seit zweieinhalb Jahren mit den Freunden Kölner Straßen und ihrer Bewohner e.V. zusammen. Jeden Mittwoch kocht sie 60 Liter Essen, das nicht nur gut schmeckt, sondern auch nährt. Daher beinhalten die Gerichte, die sie für die Obdachlosen kocht, immer Kohlenhydrate, Eiweiß und Gemüse. Das kann dann beispielsweise ein Eintopf mit Mungbohnen, Sauerkraut, Kartoffeln, Möhren und Tofuwürstchen sein.

Vorbereitetes Essen des BioGourmetClubs

Aus der Hilflosigkeit in die Aktion

Als die ersten Flüchtlinge am Kölner Hauptbahnhof erwartet wurden, baten die Ehrenamtler die BIOSpitzenköchin darum, statt 60 Litern bitte 90 Liter zu kochen, um auch Flüchtlinge versorgen zu können. Gefragt, getan. “Als ich gehört habe, dass der Krieg ausgebrochen ist, war ich entsetzt. Dass Menschen heutzutage Konflikte nicht friedlicher lösen können, das entsetzt mich wirklich. Als ich dann mitbekommen habe, dass so viele Menschen flüchten – gerade Ältere, Kranke, Kinder und Frauen – habe ich mich sehr hilflos gefühlt, weil ich nicht wusste, wie ich diese Menschen unterstützen kann. Ich habe kein Zimmer in der Wohnung frei, ich habe kein Geld, das ich spenden kann. Und als sich dann die Möglichkeit bot, über das Essen Menschen zu versorgen, war ich so dankbar, dass ich etwas tun konnte und aus der Hilflosigkeit in die Aktion gehen konnte,” erzählt Mayoori.


Seitdem hat sie gemeinsam mit ihrem Team und Ehrenamtlern schon etwa zehn Mal Essen für die Flüchtlinge zubereitet. Immer nach den Prinzipien, nach denen der BioGourmetClub auch sonst kocht. Also rein pflanzlich und nach den Lehren der Traditionellen Chinesischen Medizin. So zum Beispiel auch die 117 Sandwiches, die Mayoori gemeinsam mit Teilnehmern eines TCM-Basiskurses vor dem Kursbeginn gemacht hat. Das Vollkornbrot dafür spendeten die nahegelegenen Biomärkte Hulc und Bio Super Markt, der Tofu kam vom deutschen Tofuproduzenten Taifun. Auch bei dem wöchentlichen Kochen für die Obdachlosen werden die Rohstoffe finanziell bezuschusst, wohingegen die Arbeitszeit beim Kochen ehrenamtlich ist.


Weitere Aktionen sind geplant

Nach und nach bringt sich nun auch die Stadt Köln selbst mehr ein und Mayoori fürchtet, dass ihre Hilfe künftig nicht mehr so oft benötigt werden wird. Das hindert sie jedoch nicht daran, weiter proaktiv nach Möglichkeiten zu suchen, wie sie sich einbringen kann: “Wir werden bestimmt immer mal wieder eine Aktion machen, solange das läuft. Vielleicht machen wir nochmal eine Sandwich-Aktion oder wir backen Plätzchen, die wir in Tüten packen.”


Der erste Termin dafür steht schon fest: An Karfreitag werden Brote geschmiert und belegt sowie Plätzchen gebacken, um den Menschen auf der Straße und den Flüchtlingen die Ostertage ein klein wenig zu versüßen.


Du willst spenden und sichergehen, dass dein Geld dort ankommt, wo es wirklich benötigt wird? Die Freunde der Kölner Straßen und ihrer Bewohner e.V. können gerade jeden Euro gebrauchen, um nicht nur die Obdachlosen, sondern auch die Flüchtlinge mit Lebensnotwendigem zu versorgen. Jeder Euro kommt eins zu eins den Flüchtlingen beziehungsweise den Obdachlosen zu Gute. Hier kannst du spenden.


Über die Kulinarische Schnitzeljagd

Die Kulinarische Schnitzeljagd ist eine Genusstour, bei der die Teilnehmer ihre Stadt neu erschmecken, allein oder mit Freunden, auf dem Rad oder anders.
In unserem Genussmagazin stellen wir Restaurants, Cafés und Feinkostläden vor und veröffentlichen Interviews und Berichte zu kulinarischen Themen.