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Berliner – das süße Karnevals-Must-Have

01 Feb 2026

Sobald Karneval näher rückt, taucht er überall auf: in der Bäckerei, auf dem Bürotisch oder auch zum Kaffee Zuhause. Der Berliner! Dabei begegnet er uns in verschiedensten Varianten, ob mit Puderzucker, Marmelade, Vanilllepudding oder sogar mit Schuss, die Füllungen sind abwechslungsreich und überraschend. Und auch, wenn viele Jecken ihren Berliner nicht missen wollen, kennen die wenigsten seine Geschichte - wir haben uns das genauer angesehen:


Wo kommen Berliner eigentlich her?

Berliner gibt es schon seit vielen Jahrhunderten. Das genaue „Geburtsjahr“ des Berliners kennt niemand so richtig, dafür gibt es aber viele spannende Geschichten. 


Eine der beliebtesten erzählt von einem Bäcker aus Berlin im 18. Jahrhundert: Eigentlich sollte er Soldat werden, doch dafür war er nicht geeignet. Stattdessen backte er für das Regiment kleine Hefeteigbällchen – über offenem Feuer in heißem Fett, weil ein Backofen nicht zur Verfügung stand. Die runden Kugeln sollen an Kanonenkugeln erinnert haben, und weil der Bäcker aus Berlin kam, bekam das Gebäck später den Namen „Berliner Pfannkuchen“.


Andere Geschichten führen weiter nach Österreich, wo ähnliche süße Hefeteigbällchen noch früher gebacken wurden, oder sogar noch weiter zurück zu den Römern, die ihre Teigbällchen mit Honig süßten. Wo genau der Berliner seinen Ursprung nun wirklich hat, weiß niemand so richtig. 


Berliner, Krapfen oder doch Pfannkuchen?

Je nachdem, wo man in Deutschland unterwegs ist, heißt das gleiche Gebäck plötzlich ganz anders. In Nord- und Westdeutschland sagt man schlicht Berliner. In Berlin selbst heißt es Pfannkuchen, bestellt man dort einen Berliner, bekommt man nämlich stattdessen einen flachen Eierkuchen. Im Süden spricht man von Krapfen und in Hessen und Rheinland-Pfalz von einem Kreppel. Zur Karnevalszeit hört man außerdem oft den Begriff Faschingskrapfen, und in einigen schwäbischen Regionen nennt man ihn Fastnachtsküchle. 


Kurz gesagt: passt lieber auf, wo ihr seid, sonst bekommt ihr am Ende etwas ganz anderes als erwartet!



Foto von Anh Nguyen: Zwei Krapfen 

 

Was macht einen guten Berliner aus?

Ein richtig guter Berliner ist außen leicht knusprig, innen schön fluffig und natürlich süß. Und auch die Füllung sollte dazu passen: nicht zu wenig, aber auch nicht so viel, dass sie beim Reinbeißen überall herausläuft (Tipp: Sucht die Einspritzstelle und beißt an dieser Seite zuerst rein!). Klassisch geht Marmelade, Himbeere oder Erdbeere, aber Vanillecreme, Schokolade oder Nougat sind auch zu finden. Ob Puderzucker oder Zuckerguss obendrauf? Beides möglich.


Übrigens gibt es beim Feiern vom Karneval einen kleinen Brauch, der weniger süß schmeckt: Wenn in der Gruppe Karneval gefeiert wird, wird ein Berliner mit Senf gefüllt, es dient als kleiner Scherz, der gleichzeitig Glück fürs Jahr bringen soll.


Wer Lust hat, sich selbst in der Küche auszuprobieren und Berliner selber zu machen, kann sich bei diesem Rezept versuchen und den Klassiker nachbacken.


Warum essen wir Berliner vor allem an Karneval?

Berliner gehören heutzutage einfach zur Karnevalszeit dazu und das hat einen guten Grund. Früher nutzten die Menschen die Tage vor der Fastenzeit noch einmal richtig zum Schlemmen. Alles, was süß oder fettig war, durfte auf den Teller und dazu gehörten nunmal auch die leckeren Hefeteigbällchen, die wir heute Berliner nennen.


Heute ist es vor allem zur Tradition geworden: In der Faschingszeit werden Berliner in großen Mengen gebacken, verschenkt oder gemeinsam gegessen - ganz unabhängig davon ob danach gefastet wird. 


Lustige Fakten rund um den Berliner

• Beliebteste Füllung: Ganz klassisch die Marmelade! 


• Früher wurden Berliner auch mal mit ungewöhnlichen Füllungen wie Leberwurst oder Essig-Gemüse hergestellt, lange bevor die süße Marmelade populär wurde.


• Laut Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks werden in Deutschland jedes Jahr über 350 Millionen Berliner verkauft.


• Bei Gruppenfeiern oder Umzügen wird manchmal einer der Berliner mit Senf gefüllt, dass soll Glück bringen oder einfach für Lacher sorgen.


• Der Berliner hat unterschiedliche Namen in unterschiedlichen Regionen: Pfannkuchen, Krapfen, Kreppel und viele mehr!


Wir mögen unseren Berliner am liebsten klassisch mit Marmelade, aber sind gespannt welche neuen Kreationen und Füllungen uns dieses Jahr vielleicht noch erwarten. Wer weiß, vielleicht entsteht ja sogar ein neuer Berliner-Trend! Auf welche Food Trends wir uns 2026 auf jeden Fall freuen können, haben wir hier unter die Lupe genommen.

Stichworte: Allgemein 

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