So war die erste kulinarische Schnitzeljagd 2019

Am ersten Juni war es endlich so weit und über 300 Teilnehmer nahmen an der ersten kulinarischen Schnitzeljagd in Düsseldorf in diesem Jahr teil! Sie bildete den Auftakt für insgesamt sieben Touren durch fünf verschiedene Städte in ganz NRW. Denn im Unterschied zu den vergangenen Jahren – in denen die kulinarische Schnitzeljagd den Düsseldorfern vorbehalten war – wird in diesem Jahr erstmalig auch in Duisburg, Köln, Mönchengladbach und Mülheim an der Ruhr geschnitzelt.

So funktioniert`s

Für diejenigen, die noch nie bei einer kulinarischen Schnitzeljagd mitgemacht haben, eine kurze Erklärung, wie das Ganze abläuft: Um an diesem Event teilzunehmen, müssen bis etwa vier Tage vorher die Tickets bestellt werden, da für die Teilnahme ein Armband benötigt wird, das Euch als Teilnehmer kennzeichnet. Außerdem erfahrt Ihr so im Vorfeld rechtzeitig alle Infos, die Ihr für ein gelungenes Event benötigt. Der Zeitraum der Tour ist zwischen 11 und 18 Uhr. Innerhalb dieser Zeit sind alle teilnehmenden Läden geöffnet und warten darauf, Euch kulinarisch zu verwöhnen. Jeder Teilnehmer bestimmt selbst, wo er die Tour beginnt, wie viele Läden er besucht und wo er die Tour beendet. So kann sich jeder seine Favoriten aussuchen und braucht sich nicht zu stressen, wenn ihm 14 Läden und eine Radstrecke von circa 25 Kilometern zu viel sind. Die meisten Teilnehmer legen die Strecke mit dem Rad zurück. Wer kein eigenes Fahrrad hat, kann sich am Tag der Veranstaltung kostenlos eines über unseren Kooperationspartner nextbike ausleihen.

Nach dem Event gibt es ab 18 Uhr ein Get-together, bei dem die Teilnehmer den Tag gemeinsam ausklingen lassen und sich austauschen können.

Digitales schnitzeln mit Actionbound

Um den Charakter einer klassischen Schnitzeljagd zu verstärken und gleichzeitig mit der Zeit zu gehen, wurde am 1. Juni eine Zusatz-Option angeboten, die die Teilnehmer mitmachen konnten, aber natürlich nicht mussten. Wer Freude am Rätseln hatte und sich mit dem bloßen Aufsuchen der Läden nicht zufriedengeben wollte, hatte die Möglichkeit, sich kostenlos die eigens für diese Tour entwickelte Schnitzeljagd-App von Actionbound herunterzuladen. Zu jedem Laden gab es hier einen kurzen Info-Text, ein Rätsel, eine Ortbestimmung via QR-Code-Scan oder Ermittlung der GPS-Daten sowie vereinzelt auch noch Aufgaben, die es zu lösen galt. Die beiden Schnitzeljäger mit den meisten Punkten wurden mit je zwei Freikarten für das nächste Jahr belohnt.

Lasset die Spiele beginnen!

Da elf Uhr für einen Samstagmorgen die ideale Zeit für ein kleines Frühstück ist, starteten nicht wenige Teilnehmer ihre Route im pyc – cheesecake & gallery. Hier gab es gleich mehrere Käsekuchen zur Auswahl samt eines kleinen Schokobrownies. Zusätzlich hatte man als Schnitzeljäger die Qual der Wahl zwischen zwei selbstgemachten Eistees, die gegen einen kleinen Obolus erworben werden konnten und den fantastischen Start in den Tag – und in die Tour – abrundeten. Von hier aus verstreute sich die nun gut gestärkte Teilnehmermeute und schwärmte in verschiedene Bereiche der Stadt aus.

Von altbekannten Hasen…

Wie auch in den letzten vier Jahren bietet die Route einer jeden kulinarischen Schnitzeljagd immer eine Mischung aus alten Hasen der Gastro-Szene, von denen ein paar auch schon bei vorherigen Touren mitgemacht haben und neuen Gesichtern.

Zu unseren langjährigen Freunden zählt unter anderem KochDichTürkisch. Die kulinarische Überraschung war ein köstlicher Couscous-Salat nach türkischer Art.

Gut gestärkt und nur einen Katzensprung von der Kochschule entfernt, luden die Naturburschen Flingern zu einem Gin-Tasting ein. Während der Pegel der Gäste allmählich seinen Lauf nahm und einst Fremde gemütlich an einem langen Tisch im Laden beisammensaßen, lauschten sie dem Wissen David Derix, der einiges über das In-Getränk zu erzählen hatte.

…und jungfräulichen Newcomern

Am ersten Juni nahmen eine Handvoll Läden zum ersten Mal an der kulinarischen Schnitzeljagd teil. Dies gehört ganz bewusst zum Konzept und hat zwei gute Gründe:

  • Um auf Läden aufmerksam zu machen, die erst im vergangenen Jahr aufgemacht haben und ihnen dabei zu helfen, einen neuen Kundenstamm aufzubauen.
  • Denjenigen Läden eine Chance zu geben sich zu präsentieren, die es zwar schon länger gibt, die aber noch immer zu den Geheimtipps der Gastro-Szene gehören.

In beiden Fällen wird den teilnehmenden Läden dabei geholfen eine Zielgruppe zu erreichen, die sonst womöglich nicht von ihnen erfahren hätte. Die drei nachfolgenden Newcomer luden die Teilnehmer zu einer kleinen Weltreise ein.

Ein kleines Stück Italien

Den italienischen Feinkostladen Lettinis gibt es jetzt schon seit 14 Jahren in Düsseldorf. Dennoch war er für viele Teilnehmer der kulinarischen Schnitzeljagd bis dato unbekannt: „Sie waren erstaunt, dass Sie uns nach 14 Jahren Geschäftstätigkeit noch gar nicht kannten“, erzählt Stefanie Lettini nach der Veranstaltung. Der schönste Moment für sie als Gastgeberin? „Der Moment wo der ganze Hof voller Fahrräder war und etliche Gäste Selfies vor den blühenden Rosen und vor unserem Laden gemacht haben! Schöner kann Weiterempfehlung ja gar nicht sein!“ Dass sich die Gäste bei Lettinis so wohl gefühlt haben, kam aber nicht von ungefähr: Neben Erdbeeren mit Pistaziencreme, gleich zwei frischen alkoholfreien Getränken zum Selberzapfen und einem frischen Salat mit preisgekrönten Tomaten, bekam jeder Teilnehmer beim Verlassen des Ladens noch ein Geschenkchen.

Marokkanische Gastfreundschaft

Auch die marokkanische Kochschule Taste Morocco schrieb Gastfreundschaft besonders groß! „Wir haben zum ersten Mal als Gastgeber an der kulinarischen Schnitzeljagd teilgenommen und sind hellauf begeistert, sowohl von der guten Organisation als auch vom Interesse und der Freundlichkeit der Gäste“, berichtet Halima Pflipsen, die Inhaberin und Gastgeberin der Kochschule. Gastgeberin bringt es hier – ähnlich wie bereits bei Lettinis – auf den Punkt, denn Halima umsorgte jeden Teilnehmer von Anfang bis Ende des kleinen Besuches bei ihr. Schon auf dem Weg in ihre Küche wurden die Teilnehmer auf halber Strecke mit einem eigens für sie beschrifteten Schild willkommen geheißen. Oben angekommen erzählte sie jeder eingetrudelten Kleingruppe aus ihrem Leben, etwas über den Ort, an dem sie sich aufhielten und was es alles zu probieren gab. Und das war eine ganze Menge! Zwei verschiedene Argan-Öle, süße Aufstriche, Oliven, zweierlei Salate und Wein. Ihre Mühe kam bei den Schnitzeljägern gut an: „Es war wirklich toll, wie positiv und begeistert die Kunden waren und uns auch direkt vor Ort schon gesagt haben, wie toll sie das Essen und den Laden finden! Einige haben spontan direkt vor Ort einen Kochkurs gebucht, das ist natürlich das schönste und direkteste Lob, das wir bekommen können“, erzählt Halima.

Amerikanische Lässigkeit

Aufgrund der geographischen Nähe zum abschließenden Get-together in den Rheinterrassen, kristallisierte sich das Hitchcoq für viele Gäste als der Ort heraus, den man als letztes aufsucht. Dies sorgte zwar für ein bisschen Stress beim Personal, hatte jedoch auch etwas Gutes: „Einige Schnitzeljäger haben sich weitere Speisen von der Karte nachbestellt, weil es ihnen so gut geschmeckt hat“ erzählt Ben Schmidt-Pareira. „Unser hausgebrautes Alt war auch ein großer Hit. Fast alle Schnitzeljäger haben ein “ProBIERchen” bestellt und manche haben sogar ein Zweites getrunken. Es war ja auch Bomben-Wetter, so dass einige unseren schönen Biergarten gar nicht verlassen wollten.“ Neben dem ProBIERchen auf eigene Kosten, gab es für jeden fleischessenden Teilnehmer einen Chickenwing in selbstgemachter Marinade. Die vegetarische Variante bestand aus zwei gegrillten Champignons, die ebenfalls leicht scharf mariniert waren und etwas Krautsalat. Gegessen wurde stilecht mit den Händen, was dank des mitservierten feuchten Tuches kein Problem darstellte.

Etwa die Hälfte der Teilnehmer ließ den Abend zusammen mit den Gründern der kulinarischen Schnitzeljagd, Susanna und Peter, im Biergarten der Rheinterrassen bei schönstem Wetter ausklingen.

Don Melone