So schön war die erste Kulinarische Schnitzeljagd in Mönchengladbach

Was haben eine Zuckerwarenfabrik, ein Eine Welt Laden und ein Weinfachhandel gemeinsam? – Richtig, sie haben alle an der ersten Kulinarischen Schnitzeljagd in Mönchengladbach teilgenommen. Was es sonst noch zum Probieren gab, lest ihr hier.

2019 ist für die Kulinarische Schnitzeljagd ein Jahr der Premieren: Über den ganzen Sommer verteilt gab es erstmalig drei Schnitzeljagden in Düsseldorf und darüber hinaus im Juni eine in Duisburg, im August eine in Köln, Anfang September in Mönchengladbach und Ende September wird mit Mülheim an der Ruhr die diesjährige Schnitzeljagd-Saison zu Ende gehen. Für die Teilnehmer aller Städte gilt:

  • Sie tragen ihr Ticket in Gestalt eines Papierarmbandes gut sichtbar am Handgelenk.
  • Sie besuchen die 12-15 Läden innerhalb des vorgegebenen Zeitfensters von 11 bis 18 Uhr.
  • Sie entscheiden Start- und Endpunkt sowie die Anzahl der zu besuchenden Läden selbst.
  • Sie haben die Möglichkeit, ein Worträtsel zu machen.
  • Sie bewegen sich vorzugsweise mit dem Fahrrad von A nach B.

Das Thema Fortbewegungsmittel spaltete in Mönchengladbach jedoch die Teilnehmer. Mit einer Strecke von 36 Kilometern war die Tour außergewöhnlich lang. Das veranlasste manche Teilnehmer dazu, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren oder teils mit dem Auto, teils zu Fuß zu den unterschiedlichen Läden zu kommen.

Ehren Schokoschurken in Mönchengladbach

Süßes aus der Zuckerwarenfabrik

So war ein Teil der Läden beispielsweise in Rheydt, was – verglichen mit den anderen Stadtteilen – ein bisschen außerhalb war. Umso größer war die Freude bei den Läden, dass so viele den Weg zu ihnen fanden: „Teilnehmer kamen auf Anraten anderer Teilnehmer doch zu uns nach Rheydt, weil das empfohlen wurde und es den vorherigen Teilnehmern so gefallen hat, obwohl sie eigentlich Rheydt wegen der Länge des Weges aussparen wollten. Mund zu Mund Propaganda par excellence,“ erzählt Melissa Strecker von den Ehren Schokoschurken. Was die Ehren Schokoschurken so besonders gemacht hat? – Diejenigen, die etwas Zeit mitgebracht hatten, haben erfahren, wie die Schokoschurken mit Geräten aus der Nachkriegszeit ihre Bonbons produzieren und etwas über die Geschichte dieser traditionsreichen Fabrik erfahren, die auch vor den Schokoschurken schon Zuckerwaren produzierte. Zu probieren gab es natürlich verschiedene Bonbons, aber auch gebrannte Mandeln, von denen die meisten Teilnehmer gleich ein Tütchen mit nach Hause nahmen.

Feinkost vom Feinsten

Eine weitere Station in Rheydt war der Feinkostladen etepeteete. Hier wird auf 400 qm² Feinkost aller Art angeboten. Für die Schnitzeljäger gab es frisch vor ihren Augen zubereitete Baguettescheiben mit einem selbst angemachten Dip und frischem Gemüse sowie warmen Tee. Für Stefanie Grosse war es besonders schön, dass sie „neue Kunden kennenlernen durften, die unser Geschäft vorher nicht kannten und die alle sehr freundlich, unkompliziert und relaxt waren.“ Die freundliche und entspannte Atmosphäre genoss auch das Team der spanischen Weinfachhandlung La Tienda: „Es war schön zu beobachten, dass die Gäste häufig wie selbstverständlich ins Gespräch kamen und daher auch länger an unserem großen Holztisch verweilten,“ erzählt Julia Bartheidel. Auch sie freut sich über die vielen neuen Gesichter: „Es hat uns sehr gefallen, dass hauptsächlich „Schnitzeljäger“ zu uns gefunden haben, die noch keine Kunden sind bzw. waren. So konnten wir uns in einem entspannten Rahmen potentiellen Neukunden präsentieren.“

etepeteete in Mönchengladbach

Stopkas Bistronomie Food & Friends

Die Kulinarische Schnitzeljagd als Eröffnungstag

Neue Gesichter gab es auch unter den teilnehmenden Läden: Stopkas Bistronomie Food & Friends nutzte die Kulinarische Schnitzeljagd für ihre offizielle Eröffnung. Bei Stopkas zieht sich ein nachhaltiger Faden im Sinne der Slow Food-Ideologie durchs Konzept. Die selbstproduzierten Produkte kamen bei den Teilnehmern so gut an, dass während der Veranstaltung immer wieder spontan neue Kreationen gemacht wurde. Die zum Verkauf angebotenen Produkte waren im Nu ausverkauft und von vielen Schnitzeljägern wurden sie als Geheimtipp gehandelt. Dies führte nicht zuletzt dazu, dass die Kollegen der Eismanufaktur Die Eisdealer nach der Veranstaltung zu Stopkas kamen, um über eine mögliche Kooperation zu sprechen.

Auch Kinder kamen auf ihre Kosten

Die Kulinarische Schnitzeljagd richtet sich zwar primär an Erwachsene, aber Kinder sind natürlich auch immer sehr willkommen. Wie willkommen sie sind, zeigt die Tatsache, dass Kinder bis einschließlich 12 Jahren kostenfrei an der Schnitzeljagd teilnehmen. In der Eismanufaktur der Eisdealer fiel das Feedback eines Kindes besonders gut aus: „Ein kleines Mädchen erklärte ihrer Mama, dass sie zukünftig nur noch hier ihr Schokoladeneis essen möchte. Das war richtig süß und hat uns auch sehr stolz gemacht,“ erzählt Michael Bahrke. Und auch im Eine Welt Laden hatten die teilnehmenden Kinder ihren Spaß. „Für mich war es ein besonderer Moment als ein Kind entdeckte, dass wir ja super Blech-LKWs im Regal hätten – das gab es freudestrahlend allen zur Kenntnis,“ berichtet Christa Dressen. „Ein anderes Kind, ca. 2 Jahre, entdeckte in unserem Bücherständer ein Bilderbuch und war eine ganze Weile damit beschäftigt“ führt sie fort. Der Eine Welt Laden stellte sich als weiterer Geheimtipp der Kulinarischen Schnitzeljagd heraus. Neben der wertvollen Arbeit, die die ehrenamtlichen Mitarbeitern dort leisten und der liebevollen Auswahl der dort geführten fairen Produkte, überzeugten sie vor allem durch ihre Liebe zum Detail und ihre offene, herzliche Art. Gleich mehrere Mitarbeiter nahmen die Schnitzeljäger in Empfang, erklärten ihnen ihr Konzept und versorgten sie mit handgemachten Häppchen und zweierlei alkoholfreien Getränken.

Die Eisdealer in Mönchengladbach

Hans José in Mönchengladbach

Gemütliches Verweilen

Wer an der Kulinarischen Schnitzeljagd teilnimmt, muss jedoch keineswegs den ganzen Tag von A nach B hetzen. Je nach persönlicher Route verweilt der eine hier ein bisschen oder der andere dort. Wenn aus einer kleinen Pause schließlich eine große wird, ist das natürlich besonders schön: „Eine Gruppe von acht Personen inklusive Kindern ist direkt bei uns sitzen geblieben. Es wurde Essen bestellt und ein gemütlicher Abend mit Sangria, Bier und Wein verbracht,“ erzählt Carol Kleindiek von der Tapasbar Hans José. Eine andere Gruppe fand es so gemütlich, dass sie direkt für den Abend einen Tisch reservierten, da sie noch zu viele andere Stationen auf ihrer Route hatten, um direkt dort zu bleiben. „ Das waren für uns die größten Komplimente,“ fasst Carol den Tag zusammen.

Das offizielle und optionale Get-together fand schließlich zu Live-Musik bei der kostenlosen Veranstaltung „Sound of Schmölderpark statt“.