Lettinis A Casa: Online Tasting – Volume 1

„Sind wir schon live? Gibst du mir ein Zeichen, wenn wir live sind? Oh, wir sind schon live!“ Freudestrahlend winkt Stefania mir an diesem Freitagabend entgegen. Während sie an einem hübsch dekorierten Tisch in ihrem Feinkostladen in der Düsseldorfer Innenstadt sitzt, sitze ich da, wo ich seit etwa einem Monat immer sitze: bei mir zuhause.

Erst eine Woche zuvor hatte ich über Social Media von Lettinis Tasting A Casa Vol. 01 mitbekommen. Nachdem ich das Genusspaket am Montag bestellt hatte, wurde es bereits Mittwoch vollkommen unversehrt und liebevoll verpackt geliefert. Wenige Stunden vor dem Live-Tasting erhielt ich eine E-Mail von Stefania. Sie erinnert mich daran, welche Weine ich kalt zu stellen habe und welche Vorbereitungen ich ab 18:45 treffen sollte, damit wir pünktlich um 19:00 starten können. Gesagt, getan.

Der Auftakt: Ein feinperliger Prosecco und handmassiertes Schweinefilet

Mit einem leicht gefüllten Weißweinglas sitzt Stefania etwas aufgeregt an einer großen Tafel. Sie begrüßt mich und erzählt, wie dieses Konzept entstanden ist und wie die nächste Stunde ablaufen wird. Sie schaut auf ihre Smartwatch, die ihren Puls verrät: „85, naja, das geht gleich wieder runter.“ Nach einer ersten Dankesrunde bei uns Teilnehmern und ihrem Team folgt eine Vorstellung der Produkte: „Wir haben hier schon mal das Schweinefilet aufgeschnitten und den Parmesan etwas gebrochen. Man bricht den Parmesan immer, damit der schon etwas atmen kann.“ Oh, denke ich mir. Gut, dass sie das sagt – und breche schnell noch den bereitgestellten Parmesan in mundgerechte Stücke.

Den Auftakt macht an diesem Abend der Prosecco. Stefania schwenkt ihn in ihrem Glas, trinkt ein paar kleine Schlückchen und sagt schließlich: „Immer wieder super!“ Sie guckt auf ihre Smartwatch: „Jetzt ist mein Puls auch schon bei 75 – läuft!“ Laufen tut auch das edle Tröpfchen durch meine Kehle. Während Stefania von verschiedenen Prosecco-Kategorien erzählt und sagt, dass es sich bei Prosecco um ein Anbaugebiet in Venezien handele, überlege ich bereits, zu welchen Anlässen ich ihn das nächste Mal trinken könnte?

Der Geschmack ist angenehm mild, fruchtig, säurearm und er sprudelt nicht so stark wie Sekt. Trotzdem führen die feinen Kohlensäurebläschen einen kleinen, zarten Tanz auf meiner Zunge auf. Nach einer Anekdote über das Kennenlernen von Stefania und dem Prosecco-Produzenten ihres Vertrauens, geht es mit Giacomini weiter. Das handmassierte Schweinefilet wurde 7 Tage lang mit einer Prosecco- & Kräutermarinade verfeinert, luftgetrocknet und geräuchert. Zum Leidwesen der Schweine erfolgte die Handmassage leider erst nach ihrem Ableben.

Taralli – das Grundnahrungsmittel der Apulier

Als nächstes wird der Weißwein verkostet. Ein Lugana, den Lettinis neu im Sortiment hat. Als Weißweinliebhaberin probiere ich ihn sofort und noch bevor Stefania es mir durch den Bildschirm meines Fernsehers gleichtut. Einer Freundin, die ebenfalls an dem Tasting teilnimmt, beschreibe ich den Wein bei WhatsApp als „sanft, unaufgeregt und trotzdem – oder gerade deswegen – besonders.“ Stefania bezeichnet den Lugana derweil als „ehrlichen Wein, mit dem man sofort per Du ist. Der, getestet und versprochen, keine Kopfschmerzen bereitet, super wenig Säure hat, bekömmlich ist und unter 10,00€ kostet. Ein Wein, den ich sofort in mein Herz geschlossen habe.“ Ich auch, denke ich mir und gieße mir schnell ein zweites Glas ein.

So lecker der Wein auch ist, allmählich spüre ich die Leere in meinem Magen – das Fleisch hatte ich ja nur von außen begutachtet – und die Fülle in meinem Kopf. Umso mehr freue ich mich darüber, als es Stefania offenbar ähnlich geht und es plötzlich aus ihr heraussprudelt, dass wir ja auch die Taralli essen könnten. Das salzige Teiggebäck werde ähnlich wie Bagels zubereitet. Also erst ein paar Minuten in Wasser vorgegart und anschließend im Ofen gebacken. Außerdem gesteht sie, dass Apulier Taralli immer essen könnten: „Zum Frühstück, zum Aperitif, Tarallis gehen auch als Dessert – Tarallis sind ein Grundnahrungsmittel!“ Bereits nach dem ersten kleinen knusprigen Kringel verstehe ich auch warum: Was nach einem unscheinbaren Salzgebäck aussieht, hat eindeutig Suchtpotential! Vermutlich liegt es an dem hochwertigen Olivenöl, das in dem Teig verarbeitet wurde.

Das Finale: Ein beeriger Rotwein mit cremigem Parmesan und einem schokoladigen Haselnuss-Kuss

Weiter geht es mit dem nächsten Wein: Dem Rotwein Sannace – Malvasia Nera aus Apulien. Per Livestream schaltet Stefania über ein gut sichtbares Laptop den Sommelier Nicola aus Italien hinzu, der etwas über das Weingut Coppi und den Rotwein erzählt, dessen sanfter und beeriger Geschmack währenddessen meinen Gaumen erfreut. Bevor ich den Magen mit einem süßen Baci, einem Kuss aus Schokolade, Haselnusscreme und einer Haselnuss, schließe, feiert der Parmesan noch seinen großen Auftritt. Da er nur 24 Monate gereift ist, schmeckt er cremig und die feinen, ausgetretenen Kristalle sorgen für einen leichten Crunch im Mund. Nach einer knappen Stunde ist die Zeit fast um: „Bitte bleibt gesund und ich hoffe, dass wir uns bei der nächsten Folge wiedersehen. Vielen vielen Dank“, verabschiedet sich Stefania etwas übereilt. Auch sie schien die Zeit vergessen zu haben.

Die ganze Stunde über bedankt sich Stefania bei unzähligen Menschen, grüßt Freunde hier und Lieferanten da und erzählt, dass deutschlandweit Leute an diesem Online Tasting teilnehmen. Das schafft ein Gemeinschaftsgefühl, das gerade wohl jedem von uns guttut. Durch Stefanias persönliche, herzliche und liebevolle Art fühle ich mich immer wieder in den Arm genommen – auch das tut gut. Diese Stunde war ein schöner, leckerer und emotionaler Rausch. Ich freue mich schon auf den nächsten!

Save the Date: Bereits am 17. April startet Lettinis TastingaCasa um 19h in die zweite Runde. Bestellt euch hier bis zum 14. April euer Genusspaket, um live dabei zu sein.

Jana Lang

Übrigens: Ich bin Jana und der Schreiberling dieses Genussmagazines. In den letzten zehn Jahren ist Kochen und Ernährung eines meiner größten Hobbys geworden. Am liebsten vegetarisch oder vegan. Wenn ich ausnahmsweise mal nicht wild in die Tasten haue oder ein mehrgängiges Abendessen zubereite, widme ich mich meinen beiden flauschigen Katzen Judy und Laylo. Oder entdecke die Welt. Im Kleinen wie im Großen.

Habt ihr inzwischen auch an einem Onlinetasting per Livestream teilgenommen?

Ich freue mich über eure Meinung.

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