Et kütt wie et kütt – Die erste Kulinarische Schnitzeljagd in Köln

Die Kulinarische Schnitzeljagd feiert in diesem Jahr ihren fünften Geburtstag in Düsseldorf. In Köln war sie Ende August jedoch zum ersten Mal. Wir verraten euch, was es bei der ersten Tour durch die Dommetropole zu entdecken gab.

Am letzten Augustsamstag feierte die Kulinarische Schnitzeljagd in der Domstadt Premiere. Knapp 300 Schnitzeljäger waren auf der Suche nach kulinarischen Überraschungen und wurden nicht enttäuscht. Ob asiatische Snacks, handgemachte Bonbons, türkische Teigtaschen, afrikanisches Fastfood, Miniburger oder Cupcakes. Kölns Gastro-Szenie zeigte sein vielfältiges Gesicht.

So unterschiedlich Köln und Düsseldorf auch sein mögen. In Punkto Kulinarischer Schnitzeljagd haben die beiden Rheinmetropolen einiges gemeinsam. Denn das Konzept der Schnitzeljagd ist immer gleich: Zwischen 11 und 18 Uhr werden bis zu 15 inhabergeführte Läden – vorzugsweise mit dem Fahrrad – abgeklappert und in jedem wartet eine kulinarische Überraschung auf die Teilnehmer. Start- und Endpunkt entscheidet jeder Schnitzeljäger selbst und auch, ob er wirklich alle Stationen abfährt oder manche ausfallen lässt.

Für süße Naschkatzen

Mehrere Stationen boten ein Eldorado für Naschkatzen: Mitten in Ehrenfeld versteckt sich die Rock & Roll Bonbonmanufaktur. Hier werden zuckerreduzierte Bonbons und Lollis von Hand und vor den Augen der Kunden zubereitet. Unter den knallbunten Leckerbissen verbergen sich kreative Sorten wie Gin, Wassermelone oder Kiwi-Basilikum-Rose. Fast jedes Bonbon konnte probiert werden.

Ebenfalls in Ehrenfeld befindet sich Royal Cupcakes. Obwohl es das Café schon seit 2008 gibt, gehört es noch zu den Geheimtipps der Stadt: „Fast 70% der Gäste kannten den Laden noch gar nicht, das ist natürlich toll, dass sie so auf uns aufmerksam geworden sind“, erzählt die Inhaberin Kirstin Mohrin.  Neben vielen netten Gesprächen und glücklichen Gesichtern entstanden aber auch potenzielle berufliche Kooperationen. Denn die Mini-Cupcakes, von denen jeder Schnitzeljäger gleich zwei bekam, kamen so gut an, dass sie zu einem beliebten Gesprächsthema wurden und die Frage aufkam, warum man sie nicht auch zum Mitnehmen kaufen könne? Als sich herausstellte, dass der Wunsch zwar schon länger im Raum stünde,  sich jedoch kein Hersteller finde, der so kleine To-Go-Boxen mache, bot ein Teilnehmer an, bei seinem Arbeitgeber nachzufragen.

Traditionelle Leckerbissen

Die Kulinarische Schnitzeljagd ist durchaus auch für außergewöhnliche Locations bekannt, aber ein Foodtruck auf dem Parkplatz eines Supermarktes? – Jawohl! Bei dieser Schnitzeljagd wurden die Teilnehmer an einen Ort geführt, den sie sonst womöglich nicht wahrgenommen hätten. Der afrikanische Inhaber Ricky Thomson begrüßte jeden Gast so herzlich an seinem Foodtruck, als wären sie schon seit Jahren enge Freunde. Unter dem Namen Just Try Afro Fastfood verkauft er schnelle, frische, afrikanische Küche. Für die Schnitzeljäger hatte er neben seiner charmanten Art ein Reisgericht mit selbstgemachter Gemüsesoße sowie frittierte Kochbanane mit zwei hausgemachten Saucen im Angebot.

Ein Überraschungshighlight für viele Teilnehmer waren die türkischen Manti bei Lezizel. Manti sind gefüllte kleine Teigtaschen, ähnlich wie Maultaschen oder asiatische Dumplings, nur deutlich kleiner. „Es hat mega Spaß gemacht, das Gericht Menschen zu präsentieren, die es vorher noch nie kannten. Und alle haben es so toll angenommen,“ erzählt Rene Vanfloorop. „Wir haben viel nettes und liebes Feedback erhalten. Wir haben uns natürlich auch extra viel Mühe gegeben und auch Zeit für jeden einzelnen Kunden genommen,“ führt er fort. Einem Schnitzeljäger habe es sogar so gut geschmeckt, dass er spontan eine große Portion bestellt habe.

Wiederholungstäter

Eine Hauptintention des Konzeptes ist es, dass die Teilnehmer neue Läden kennenlernen und im Idealfall auch wiederkommen. Um dafür einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen, gibt es für jeden Schnitzeljäger ein Booklet, in dem neben vielen Infos zu den Läden auch Gutscheine enthalten sind. Umso schöner ist es, wenn dies gleich in die Realität umgesetzt wird. Linda Neumann vom Wirtzhaus Hotzenplotz erzählt wenige Tage nach dem Event: „Unser schönster Moment war, dass am Sonntag direkt drei neue Gäste zu uns essen kamen, weil sie uns bei der Schnitzeljagd kennengelernt haben und unbedingt bei uns essen wollten. Sie waren auch am Sonntag sehr zufrieden mit unserem Essen – wir haben also alles richtig gemacht.“ Auch Ulrich Glemnitz von Bunte Burger berichtet, dass sie sehr viel positives Feedback auch von Nicht-Veganern zu ihrem Essen bekommen hätten und „die vielfache Androhung, dass sie wiederkommen würden.“

Diejenigen Schnitzeljäger, die sich nach sieben Stunden Schnitzeljagd immer noch nach einem geselligen Austausch fühlten, trafen sich schließlich im Biergarten am Aachener Weiher, wo sie den Tag sanft ausklingen lassen.

Die erste Kulinarische Schnitzeljagd in Köln war sowohl für die Läden, als auch die Teilnehmer und Organisatoren ein voller Erfolg, sodass wir uns im nächsten Jahr voraussichtlich auf zwei Touren in der Domstadt freuen dürfen.